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„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen.“

                                               Galater 4, 4-5       

Liebe Geschwister und Freunde!

Wir feiern im Dezember die Geburt unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus.
Wir haben es hier mit einer geschichtlichen Wirklichkeit zu tun, die wir dank Gottes Gnade verstehen können. Vom Kommen Jesu her wird vor allem das Ganze der alt- und neutestamentlichen Offenbarungsgeschichte verständlich. Alles das, was Gott von Abraham an über Isaak, Jakob, Mose, David und die ganze vom AT berichtete Geschichte hinweg getan hat, gewinnt von Christus her seinen Sinn. Aber warum kam Christus gerade in der damaligen Zeit? Paulus gibt uns mit seiner Formulierung, „als aber die Zeit erfüllt war“ Anlass, diese Frage zu stellen. Was macht die erfüllte Zeit aus? Nun, die erfüllte Zeit ist alleine an den Ratschluss Gottes gebunden. Aus Gottes Sicht war das Maß des Wartens seitens der Menschen voll. Lange genug hatten die Menschen in Israel auf den Messias gewartet. Und auch Gott selbst wollte ja seine Zusagen, die er an die Urväter und an das Volk Israel gegeben hatte, erfüllen. Die Wendung „aber“ ... in V 4 steht für das Eingreifen Gottes, das der Menschheit Hoffnung und Freiheit brachte. Das ist nur verständlich auf dem Hintergrund der bisherigen Offenbarungsgeschichte.

Die zweitausend Jahre, die seit Abraham vergangen sind, die 1400 Jahre seit Mose, die 1000 Jahre seit David, die lange Zeit des Ankündigens und Wartens, die Zeit des noch nicht erfüllten Wortes, war nun zu Ende. Dabei richten wir unsere Augen auf alle jene göttlichen Weissagungen und Vorbilder in dem weitläufigen levitischen Gottesdienst, wo so viele tausende von Opfertieren und von Opferpriestern den großen Hohenpriester und das große Versöhnungsopfer vorbildeten. Es ist eine Kette im ganzen AT, von der ersten Verheißung an, die schon am Tage des Sündenfalls gegeben wurde (1.Mo 3,15), im sog. „Ur-Evangelium“. Es handelt sich um eine Prophezeiung des Kampfes zwischen Satan und unserem Herrn Jesus Christus und des Ausgangs dieses Kampfes, der im Garten Eden begann. Inmitten des Sündenfalls und der damit verbundenen Trennung von Gott strahlt hier eine Botschaft der Hoffnung auf; unser Herr Jesus Christus hat auf Golgatha die alte Schlange, den Satan, besiegt und ihm den tödlichen Schlag versetzt, was am Ende dieses Zeitalters gänzlich offenbar werden wird. 

Mit dem Kommen Jesu in diese Welt zu der erfüllten Zeit brach das Reich Gottes an. Nun gilt: Wer am Reich Gottes teilhaben will, darf umkehren und dem Evangelium glauben. Die Juden sollen aufhören, sich mit ihren Werken vor Gott rechtfertigen zu wollen. Die Heiden sollen aufhören, den Götzen zu opfern, ihre Mysterienkulte zu zelebrieren und ihre Weisheit zu verherrlichen. Alle sollen einsehen, dass sie vor Gott schuldig sind und sich nicht selbst retten können. Sie dürfen dem Evangelium der Gnade glauben und gerettet werden.

„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn“, das ist der Höhepunkt der Selbstoffenbarung Gottes. Gott hat sich weder vorher noch nachher deutlicher bekanntgemacht und erklärt als in Christus selbst. In der Zeit des Alten Testaments, waren es die Propheten, die Gott dienten und sein Wort empfingen und weitergaben. Das an sich war schon bedeutsam, denn dass Gott überhaupt redete und nicht schwieg, war ein Erweis seiner Freundlichkeit.

Er hätte ja wirklich schweigen und die sündige Welt sich selbst überlassen können. Doch nun gibt er sein Wort sogar in der Hingabe seines Sohnes! Er gibt das Größte und Beste, was er hat, seinen geliebten Sohn, wahrer Gott von Ewigkeit her, durch den, wie Johannes es in der Einleitung seines Evangeliums bezeugt, alle Dinge geschaffen sind.

In Jesus rettet Gott den Menschen, der ihn im Bewusstsein seiner Sündhaftigkeit im Glauben als seinen Erlöser annimmt. Die menschliche Seite seiner Natur zeigt sich darin, dass der Sohn Gottes „von einer Frau geboren“ wurde. Der Sohn Gottes wurde uns Menschen gleich. Er ging in die Existenzbedingungen dieser Welt ein. Nur als wahrer Mensch, „in der Gestalt des sündigen Fleisches“, also als Mensch mit Fleisch und Blut, doch ohne Sünde,  konnte Jesus unser Stellvertreter sein.

Wie alle Menschen seiner jüdischen Umgebung stand unser Herr Jesus ebenfalls „unter dem Gesetz“. Er wurde in den Bund vom Sinai hineingeboren. Er war Jude und stand wie alle anderen Juden auch unter der Bundesverpflichtung. Im Unterschied zu allen anderen sündigen Menschen vermochte er allerdings das Gesetz zu erfüllen. Er hielt es, indem er die Todesforderung, die das Gesetz gegenüber den Sündern erhob, auf sich nahm, im Leiden und Sterben am Kreuz. In ihm erging das Gericht Gottes über unsere Sünde. Neben dem aktiven Gehorsam dem Gesetz gegenüber in der Einhaltung aller Gebote Gottes erlitt er an unserer statt den Fluch des Gesetzes.

Das galt sowohl den Juden, die in den mosaischen Ordnungen lebten als auch den Heiden, denen in ihrem Herzen auch eine gewisse Erkenntnis des nicht geschriebenen Gesetzes Gottes gegeben ist, wie Paulus in Röm. 2 schreibt. Bei den Juden und Heiden haben gegen Gottes Gesetz verstoßen, „da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer“. Sie sind alle unentschuldbar und erlösungsbedürftig. Für beide, Juden und Heiden, nahm Jesus den Fluch des Gesetzes auf sich und bezahlte mit seinem Blut den Preis zu ihrer Erlösung. Wer auch immer an Jesus glaubt, ist frei vom Verdammungsurteil Gottes, weil er nicht mehr „unter“, d.h., unter der Herrschaft des Gesetzes steht. Er steht unter der Herrschaft der Gnade Gottes in Christus. Er ist vollkommen gerechtfertigt vor Gott aufgrund des Erlösungswerkes Jesu. Das ist die frohmachende Botschaft, die uns im Wort Gottes bezeugt wird.

Die Folge dieser Befreiung von der Herrschaft des Gesetzes und der knechtischen Furcht vor dem Fluch des Gesetzes durch Jesus ist der Empfang der Kindschaft („damit wir die Kindschaft empfingen“). Nun ist ein Leben in dem vertrauten Liebesverhältnis zu unserem himmlischen Vater möglich. Es erfüllt sich das Wort aus Röm. 8,15: „Ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen („unter Gesetz“), dass ihr euch abermals fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!“ Nachdem Christus sein Werk getan hat, ist ein ganz anderer Umgang zwischen uns und Gott möglich. Wir leben nicht mehr auf Distanz zu Gott wie Knechte zu ihrem Herrn und im Altertum die unmündigen Kinder zu ihrem Vater. Wir haben Einblick in das liebevolle Herz unseres Gottes und verfügen jetzt bereits im Glauben über die himmlischen Güter, an denen wir als Erben teilhaben. Das ist ein fundamentaler Unterschied zu einem Leben unter dem Gesetz.

Hier stehen wir nicht mehr unter dem Druck unerfüllbarer Gebote oder Verbote, sondern leben in der Freiheit, die aus der Erkenntnis Christi kommt. Hier sind wir in einer neuen Stellung vor Gott. Das alles haben wir dem ewigen
Liebesratschluß Gottes in Christus Jesus zu verdanken. Das ist wahrlich ein Grund zu großer Freude! Lasst uns unseren himmlischen Vater dafür loben und preisen!

Herzliche Segenswünsche und
eine besinnliche Adventszeit,

Euer / Ihr

Frank Bernhardt

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