Termine

Aktuell

 

„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen.“                                                                   Gal 4,4-5

Liebe Geschwister und Freunde!

Es gibt verschiedene Begriffe, die die Bibel gebraucht, um unsere Errettung  zu beschreiben, und jeder Ausdruck zeigt einen bestimmten Aspekt davon. Hier einige Beispiele: Erlösung, Wiedergeburt, Bekehrung, Auserwählung, Gläubig-Werden oder auch Rechtfertigung. Diese und noch andere Worte zeugen alle von unserer wunderbaren Errettung zum ewigen Leben.

Aber hier in den Versen kommt nun noch ein anderer Ausdruck vor, nämlich Kindschaft oder Sohnschaft, das bedeutet „Annahme an Sohnes statt“. Wörtlich müsste es eigentlich „Adoption“ heißen. Diesen Ausdruck des Apostel Paulus finden wir auch in Röm 8, 15; Eph 1, 4-5.

Wann immer die Bibel  von der Annahme an Sohnes statt spricht, schließt das natürlich auch die Schwestern mit ein. Auch sie sind „Söhne“ Gottes, denn im Himmel gibt es keine unterschiedlichen Geschlechter mehr. Der Gedanke der Adoption zeigt uns den Aspekt der souveränen Gnade Gottes. Wenn Eltern ein Kind adoptieren möchten, dann suchen sie sich selbstverständlich ihr Kind aus. Und sie nehmen eines, das ihrem Herzen gefällt. So bekommt also ein Kind die „Adoption“ buchstäblich als eine freie Gabe. Und genauso ist es auch mit dem Evangelium.

Allerdings adoptiert Gott nicht Menschen, weil sie irgendwelche innere oder äußere Vorzüge hätten.  Er schaut nicht umher, um die besonders Guten und Perfekten zu selektieren, damit diese besonders Würdigen seinen Namen tragen sollen. Nein, Gott erwählt, "was nichts ist vor der Welt". Es ist ihm eine Ehre, aus freien Stücken unwürdige Sünder zu erretten und sie zu seinen Söhnen und Töchtern zu machen. Er ist weder gezwungen noch verpflichtet, irgendjemanden zu adoptieren. Er tut es einfach nach dem Wohlgefallen seines Willens und Ratschlusses.

So herrlich der Stand ist, in den ein Mensch durch die Adoption versetzt wird, so unterscheiden sich die Kinder Gottes doch von dem "eingeborenen" Sohn Gottes, unserem Herrn Jesus. Christus allein existiert von Ewigkeit her. Er ist Sohn und zugleich auch Gott, im Unterschied zu uns. Wir werden durch den Geist wohl in das himmlische Geschlecht Gottes hineingeboren, aber wir stammen von Haus aus nicht aus dem Himmel wie unser erhabener Bruder. Somit stehen wir als Brüder Jesu nicht auf einer Stufe mit ihm. Er ist gleichzeitig unser Bruder und unser Herr.

Als dem Erstgeborenen unter vielen Brüdern (Röm. 8,29) gebührt ihm, dem eingeborenen Sohn Gottes, unsere Anbetung. Doch trotz des Unterschieds liebt der Vater uns mit der gleichen Liebe, mit der er seinen Sohn Jesus liebt. Diese Tatsache ist ein großer Trost für alle, die sich in einem finsteren Tal der Trübsal befinden und an der Liebe Gottes zweifeln. Das Fundament, auf dem die Annahme an Kindes Statt gründet, ist allein die Rechtfertigung des Sünders durch den Glauben an Gottes Gnade in Christus. Da Gott uns in Christus gerechtfertigt hat, kann er uns als seine Kinder annehmen.

Die Annahme als Söhne und Töchter ist also der krönende Segen, für den die Rechtfertigung den Weg frei gemacht hat, denn zuvor waren wir Kinder des Zorns (Eph 2,3). Nun aber sind wir Kinder Gottes und untereinander Brüder und Schwestern in Christus. Die Adoption begründet also eine neue Beziehung zwischen uns und Gott. Drei Verse später vergleicht Paulus die Stellung eines Sohnes mit der eines Sklaven (Gal 4,7). Mit diesen Worten macht Paulus klar, dass die Gottes-Kindschaft einen herrlichen Stellungswechsel mit sich gebracht hat.

Das Gesetz fordert unausgesetzt, dass wir Gott lieben sollen von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt, von allen unseren Kräften, und unseren Nächsten wie uns selbst; aber keiner von uns erfüllte das. Deshalb befanden wir uns alle unter dem Fluch des Gesetzes, wie Paulus es in Galater 3,10 sagt. Der Sündenfall war so grundzerstörend für all unsere Kräfte, dass in uns nicht das Geringste gefunden wurde, was nicht vergiftet, nicht von Sünde und Bosheit erfüllt wäre, so dass nicht ein einziges Wesen des ganzen Menschengeschlechts das Gesetz des Herrn halten konnte.

Da kam Christus in die Welt und tat es für uns: Er liebte Gott von ganzem Herzen und von ganzer Seele. Es war seine Speise, den Willen seines Vaters zu tun; und er liebte seinen Nächsten wie sich selbst. Er ließ sein Leben für die Brüder, ja, für seine Feinde. So wurde durch unseren Heiland unsere Stellung verändert: Aus Sklaven wurden Söhne und Töchter. Seine Stellung unter dem Gesetz führte dazu, "dass er uns loskaufte", erlöste und befreite von der Vormundschaft und der Knechtschaft des Gesetzes. Mit seinem Gehorsam und Tode am Kreuz, stellvertretend für uns als Sühnopfer, hat Jesus dem Gesetz alleine Genüge getan.

Sein Gehorsamsweg ist gleichsam der Preis, durch den er uns, die wir einst im Sklavenverhältnis zum Gesetz standen, unsere Freiheit empfingen. Das Resultat des Kommens und des Weges Jesu war, dass wir den Tag erleben durften,

wo wir nicht mehr unmündige Gesetzeszöglinge waren, sondern "die Einsetzung in die Sohnschaft" und damit die mündige Erbenstellung durch Gnade erfahren haben. Gott richtet uns nicht mehr nach seinem Gesetz, weil "nichts Verdammliches an uns ist, die wir in Christus sind". Vielmehr sind wir in Christus so "angenehm" vor Gott, als hätten wir nie eine einzige Sünde getan.

Gewiss war das Gesetz Gottes etwas Großes. An anderer Stelle hat Paulus dasselbe gerühmt. Gesetzlosigkeit ist Anarchie, ist schrecklicher Verfall. Wohl dem Volke, das Gottes Gesetz empfing und kennenlernte. Es war  ein großer Schutz gegen eine allgemeine Verwilderung. Aber das Größere, was Gott den Menschen zu geben bereit war, das ewige Heil, gab er erst in seinem Sohne Jesus Christus. Das bedeutet nicht Gesetzlosigkeit, sondern ein Leben nach dem Willen Gottes unter der Herrschaft der Gnade Jesu.

Zu diesem Zweck erzieht Gott seine Kinder. Wir stehen zwar nicht mehr unter der Herrschaft des Gesetzes, lernen aber im steten Wachstum der Gnade und des Glaubens den Weg des Gehorsams zu gehen. Darum lässt uns der Herr nicht ungestraft eigene Wege gehen wie er es oft mit denen tut, die nicht glauben wollen. Gottes Wort sagt: Denn wen der Herr lieb hat, den erzieht er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt“ (Hebr 12,6).

Vielleicht wundert sich mancher von uns, dass es ihm viel schlechter geht als den Gottlosen, und er gerät in Zweifel. Diesem sollte man aber wiederstehen. Denn auch unsere schwereren Wege sind ein Zeichen der väterlichen Erziehung Gottes. Die Gottlosen aber lässt er oft gewähren in ihrem unmoralischen Lebenswandel. Die Bibel sagt, dass Gott sie dahingegeben hat (Röm 1,24). Spätestens am Tage des Gerichtes werden sie den Lohn ihrer Verirrung empfangen, wenn sie nicht Buße tun.

Seinen Kindern aber lässt er eben nicht alles durchgehen, denen, die dazu bestimmt sind Erben des Himmelreiches zu sein. Wir sehen also, welche Segensgaben mit der Annahme an Kindes Statt verbunden sind. Die persönliche Vater-Kind-Beziehung bringt eine innige Gemeinschaft mit sich, die wir durch Gebet, Bibelstudium und den Besuch der Versammlungen in der Gemeinde erfahren dürfen. Wir dürfen jeden Augenblick mit all unseren Anliegen zu unserem himmlischen Vater kommen. Wir dürfen ihm unser Herz ausschütten, unsere Sünden bekennen und jedes Mal herrliche Vergebung erfahren.

Der Segen der Kindschaft wirkt sich auch dahingehend aus, dass wir unserem Vater in Jesus Christus immer ähnlicher werden. Und das wunderbare Wissen, dass wir nicht mehr Sklaven des Gesetzes sind, macht uns stark im Glauben. Wir dürfen durch den Geist der Kindschaft mehr und mehr ein Gott wohlgefälliges Leben führen.

Möge ein jeder von uns jetzt Christus die Ehre für dieses Werk geben, möge er bedenken und erkennen, wie dieser Herr alles wohl ausgerichtet hat! Wir wollen unserem Herrn Jesus Christus dafür danken, dass er uns mit seinem teuren Blut erkauft hat, frei gemacht von der Sünde Macht, und dass wir Söhne und Töchter im Hause Gottes sein dürfen – und das bis in alle Ewigkeit!

Herzliche Segenswünsche
Euer / Ihr

Frank Bernhardt


Impressum Datenschutz