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„Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“       
                                                                                      
Matthäus 10,34
 

Liebe Geschwister und Freunde!

Worte wie wir sie in unserem Vers finden, sind in unserer Zeit nicht willkommen. Die Menschen in unserem Land sind harmoniesüchtig und konfliktscheu geworden, man predigt Toleranz, man will Frieden um jeden Preis schaffen. Unter dem Stichwort „Liebe“ fordern sie die Akzeptanz unterschiedlicher Religionen und unterschiedlicher Lebensformen. Toleranz soll das menschliche Miteinander bestimmen. Soll das etwa schlecht sein?

In der Tat, wo christliche Liebe ist, da sind auch Friede und die Absicht, mit dem Nächsten im Frieden zu leben. Sagt nicht die Schrift: „Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden“ und „Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“ (Röm 12, 18.20). Jesus preist die Friedfertigen selig.

Aus allen diesen Aussagen leiten viele Theologen und Pastoren ab, dass die friedfertige Gesellschaft der Inbegriff der christlichen Botschaft sei. Sie bedienen damit wohl Erwartungen und Illusionen der Menschen. Sie machen dem, der seine Meinung sagt und klare Kante zeigt, ein schlechtes Gewissen, und allemal empören sie sich, wenn jemand ihre Illusionen in Frage stellt. Lüge und Bosheit, Kriege und Terror kommen in ihrem Weltbild nur in der Form vor, dass man sie vermeiden solle, doch jede Meldung über Terrorakte straft ihre Illusionen Lügen. Unser Herr Jesus macht in unserem Vers auf einen Aspekt seines Reiches aufmerksam, der das illusorische Gerede vom friedlichen Zusammenleben offen verneint.

Er spricht hier nicht vom Frieden, sondern vom "Schwert". Wie ist dieses Wort zu verstehen? Doch nur so, dass eine konsequente Nachfolge Jesu den erbitterten Widerstand derer erregt, die sich dem Friedefürsten nicht in Buße und Glauben unterwerfen wollen.

Die Botschaft vom Frieden, den Jesus meint, greift die stolze und friedelose Ichfestung des Menschen an, und das bedeutet Kampf, den der Herr in seine Sendung mit einschließt und dem  der Jünger Jesu nicht ausweichen kann. Die Gegner Jesu werden zum Schwert greifen "wider den Herrn und seinen Gesalbten" (Ps 2). "Die Überzeugung, dass der Kampf, in den die Gemeinde Jesu gestellt wird, von Jesus selbst gewollt und bewirkt ist, soll uns helfen, ruhig und willig zu leiden und wenn es gefordert wird, auch freudig in den Tod zu gehen. Und alle Ermutigungsworte des 10. Kapitels haben denselben Ton, nämlich den, wie dem Schwert der Feinde des Evangeliums zu begegnen ist."

Der Grund für die Feindschaft, von der Jesus in unserem Vers spricht, liegt also im Unglauben der Menschen. Von der Vergebung ihrer Sünden durch das Erlösungswerk Christi am Kreuz wollen sie nichts wissen. Sie sind irdisch gesinnt, auf das sichtbare Leben fixiert, auf die Güter dieser Welt und auf die Möglichkeiten und Chancen, die sich ihnen in diesem Leben bieten. Sie meinen, selbstbestimmt leben zu können und zu sollen, und sind doch gleichzeitig Sklaven ihrer Wünsche, Begierden und Sehnsüchte.

Als Gotteskinder haben wir diese Dinge grundsätzlich abgelegt, wie Petrus es in seinem ersten Brief sagt: „Das befremdet sie, dass ihr euch nicht mehr mit ihnen stürzt in dasselbe wüste, unordentliche Treiben, und sie lästern“ (1.Pet 4,4). Und so kann es uns passieren, dass wir nicht nur von unserer Nachbarschaft oder unserem Kollegenkreis, sondern sogar von unserer eigenen Familie abgelehnt und schlechtgemacht werden. Jesus lässt seine Jünger darüber nicht im Unklaren.

Schon im Alten Testament klagte der Prophet Micha über die Verderbnis im Volk Gottes und beschreibt die Konsequenzen, die sich daraus ergeben: „Die frommen Leute sind weg in diesem Lande, und die Gerechten sind nicht mehr unter den Leuten. Sie lauern alle auf Blut, ein jeder jagt den andern, dass er ihn fange. Ihre Hände sind geschäftig, Böses zu tun. Der Fürst und der Richter fordern (Bestechungs-)Geschenke. Die Gewaltigen reden nach ihrem Mutwillen, um Schaden zu tun, und drehen's, wie sie wollen. Der Beste unter ihnen ist wie ein Dornstrauch und der Redlichste wie eine Hecke. Aber es kommt der Tag, den deine Späher geschaut haben, da sollst du heimgesucht werden; da werden sie nicht wissen, wo aus noch ein". (Mi 7,2-4)

Es ist nicht nur unser Glaube und unser Lebensstil, die von den gottlosen Menschen verachtet werden, sondern unser Herr Jesus selbst, der für uns gelitten und unsere Sünden mit seinem Blut gesühnt hat. Nicht nur die Vorstellung von einem Gekreuzigten, die ja alles andere als schön und angenehm ist, sondern auch der Anspruch, dass eben dieser gekreuzigte Jude der Retter der Welt sei, der Messias, ist anstößig. Die Menschen wollen ihre Erlösung selber schaffen und die Lösung ihrer Probleme selbst in die Hand nehmen. Sie meinen, sie bräuchten kein stellvertretendes Sühnopfer. Diese Botschaft lässt ja all ihr Bemühen, ein einigermaßen anständiges Leben zu führen, vergeblich sein. Ihre Reaktion ist, dass sie das Evangelium völlig ablehnen.

Das ist also der Grund dafür, dass die Jünger Jesu sich in dieser Welt auf erbitterten Widerstand gefasst machen müssen. So werden auch wir in der einen oder anderen Weise das Schicksal Jesu teilen. Darauf gilt es sich mit der Bereitschaft zu leiden einzustellen und andererseits klug und besonnen damit umzugehen. Wir leben wohl in einem der freiesten Länder der Welt, und es gibt für uns kaum Nachteile zu erdulden wegen unseres Glaubens an den Herrn Jesus. Doch das kann sich auch schnell ändern. Schließlich werden unsere Glaubensgeschwister in vielen Ländern wegen ihres Christseins benachteiligt, verfolgt, gefangengenommen oder gar getötet.

Wie sollen wir nun damit umgehen? Der Prophet Micha sagt uns das mit den Worten: „Ich aber will auf den HERRN schauen und harren auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich erhören“ (Micha 7, 7). Mit anderen Worten, wir sollen alleine auf Gott und dessen Gerechtigkeit hoffen. Die Feindschaft von Seiten der Welt ist also nur durch den Glauben zu überwinden, der unser Leben in jeder Hinsicht bestimmt.

Die Wahrheit und das ewige Heil liegen in der Person unseres Herrn Jesus Christus und werden uns in seinem Wort bezeugt. Von daher wissen wir, was und an wen wir glauben.  Diese Wahrheit macht uns stark; sie trägt unseren Glauben und unser Leben, so dass wir aufgrund der Verheißungen Gottes in froher Gewissheit und in der Besonnenheit, die der Heilige Geist uns lehrt, handeln können.

Indem Jesus sagt: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert“ (Mt 10,37-38), weist er auf das, was Wert hat, und woran wir im Herzen und Gewissen gebunden sind, hin. Das führt uns zu der Frage: Welchen Wert messen wir dem Herrn Jesus zu, was bedeutet Jesus uns?

Bedenken wir doch erneut, dass er die Wahrheit ist, dass er uns mit seinem Leiden und Sterben sowie mit seiner Auferstehung und Himmelfahrt die Tür zu einer neuen Schöpfung aufgetan hat, dass er der Herr aller Herren ist. Unter dieser Vorgabe sollte es uns nicht schwerfallen, ihm treu zu bleiben. Bedenken wir darüber hinaus, dass unser diesseitiges Leben zeitlich und endlich ist, dass es ein solches zum Tode hin ist, dass es mit Krankheit und Leid und zahllosen Problemen behaftet ist. Bedenken wir, dass diese Welt, die heute so im Argen liegt, kein Ort ist, an dem man für immer und ewig bleiben möchte.

Damit richten wir unseren Blick nach vorne auf das große Ziel, das Gott unserem Leben gesteckt hat: das Leben in der Herrlichkeit bei ihm, in einer neuen Schöpfung. Mit diesem Blick wollen wir auch gemeinsam im Glauben und Vertrauen auf unseren Herrn in das neue Jahr gehen, was auch auf uns zukommen mag, sei es als Gemeinde oder für jeden einzelnen von uns.

Herzliche Segenswünsche und ein gesegnetes neues Jahr,

Euer / Ihr
Frank Bernhardt

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